HSG Konstanz bewahrt kühlen Kopf und trotzt Ausfällen

09.03.2026 18:00

Die Ausfallliste bei der HSG Konstanz wird länger und länger. Doch auch ohne ein Lazarett, das eine komplette Mannschaft bilden könnte, erkämpfte sie sich einen 35:30 (17:15)-Heimsieg gegen den TV Bittenfeld II.

Gute Abwehrarbeit, Lob für U19-Keeper

Als etwas griffiger und abgezockter bezeichnete Gästetrainer Alexander Heib die HSG Konstanz nach einem intensiven Duell, nach dem er sich nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft zeigte und zugleich die Vermutung aufstellte, dass dies bei seinem gegenüber Ralf Bader trotz des Heimsieges ebenso der Fall sei. „Ich bin zufrieden mit der Stimmung, ich bin zufrieden mit den zwei Punkten“, erklärte der mit einem – wie könnte es anders sein – zufriedenen Lächeln im Gesicht. Vor allem die sehr solide Abwehrarbeit gefiel dem HSG-Coach, insbesondere gegen die explosiven Anläufe der dynamischen TVB-Talente. Mit dieser guten Defensive leistete die HSG-Deckung die Unterstützung, die U19-Keeper Adrian Lehmann benötigt, nachdem er aufgrund der Verletzungen von Konstantin Poltrum, Noah Frensel und Konstantin Pauli nun alleine gefordert ist. „Er hat das gut gemacht“, lobte Bader.

Zu viel Risiko

Nach einem 0:3-Rückstand zu Beginn der Partie waren die Gastgeber nach fünf Minuten und dem 4:4 auch im Spiel. In einer guten Phase nach 20 Minuten konnte Konstanz sich ein Vier-Tore-Polster erarbeiten. Doch wie schon vor einer Woche in Kronau verhinderten einige leichte Fehler und unvorbereitete Abschlüsse mehr. Der gut leitende Spielmacher Jonas Hadlich rettete mit seinem Treffer mit der Pausensirene immerhin noch eine 17:15-Führung vor dem Gang in die Kabine. „Ich bin nicht ganz zufrieden mit unserem Dritte-Welle- und Gegenstoßspiel“, sagte Bader. „Wir gehen da ein bisschen zu viel Risiko, werfen schnell die Bälle weg, wo es nicht nötig war.“ Auch an der Abschlussqualität müsse man arbeiten, weiß der 45-Jährige und hätte sich gewünscht, dass sein Tam noch abgezockter aufgetreten wäre – gerade dann, wenn sich immer wieder die Chance auftat, das Spiel frühzeitig entscheiden oder sich zumindest einen noch größeren Vorsprung sichern zu können.

Neuer Siebenmeterschütze

„Letzte Woche hatten wir eine ähnliche Situation“, gab er zu bedenken. „Da sind wir völlig kopflos geworden. Heute haben wir den Kopf bewahrt. Dann darf man sich auch freuen.“ Seine Spieler hatten da schon längst ihre Ehrenrunde durch die Halle, zum Fanclub und schließlich zur Kabinenparty hinter sich. Erneut stellte sich die Mannschaft an diesem Tag quasi von ganz alleine auf. Veit Schlafmann war einziger verbliebener Rechtaußen, im rechten Rückraum war Sören Fuhrmann der letzte von drei Linkshändern, auch auf Mitte war Hadlich gezwungenermaßen Alleinunterhalter. So kam Lars Michelberger – mit neun Treffern bester Torschütze der Partie – zu seinen ersten drei Siebenmetern überhaupt – und verwandelte alle drei eiskalt.

Kühlen Kopf bewahrt

Trotzdem gab es auch dieses Mal die bekannten Wellenbewegungen im Konstanzer Spiel. Kurz vor Anbruch der letzten Viertelstunde war der zwischenzeitliche Vier-Tore-Vorsprung aufgebraucht und Maurice Widmaier konnte zum 26:26 ausgleichen. Doch an diesem Abend behielt die HSG Konstanz die Nerven. Ein Doppelschlag von Kapitän Michel Stotz brachte wieder eine Zwei-Tore-Führung, ehe Bittenfeld erneut der Ausgleich gelang. Auf die Siegerstraße bogen die Gelb-Blauen mit einem starken 4.0-Lauf ein, mit dem aus 28:28 eine 32:28-Führung wurde (55.). Kurz vor Schluss wurde Finn Eberle nach einem Gesichtstreffer gegen Jonas Hadlich noch vorzeitig zum Duschen geschickt, ehe Michelberger mit dem 35. Treffer den Endstand markieren und seine Mitspieler endgültig jubeln lassen konnte. Dass mit Oscar Mogg in der letzten Aktion auch noch ein weiterer U19-Keeper sich seine erste Parade in der 3. Liga gutschrieben lassen durfte, setzte der HSG-Siegertorte die Kirsche auf. Auch eine 5:1- und offene Deckung brachten Konstanz nicht mehr aus dem Konzept.

Ennighorst verletzt sich bei der U21

„Jede Woche muss ich sehen“, blickte Bader voraus, „wie wir das mit den Jungs, die noch da sind, hinbekommen.“ Schon gegen Bittenfeld war es so, „dass einige ordentlich gepumpt haben, weil ich kaum noch Wechseloptionen hatte. Wenn jetzt noch einer ausfällt, wäre das eine Katastrophe.“ Als solche muss die Verletzung von Tim Enninghorst im Spiel der U21 bezeichnet werden, der nun auch noch einige Zeit fehlen wird. Bader: „Das tut mir leid für ihn. Jetzt spielen halt alle, die da sind, so viel sie wollen und jeder kann zeigen, was er draufhat.“

Derby am 27. März

Weiter geht es für die HSG Konstanz am Samstag in Pforzheim. Am 27. März kommt es dann in der Schänzle-Hölle zum nächsten Heimspiel und Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II.

HSG Konstanz: Adrian Lehmann, Oscar Mogg (beide Tor); Michel Stotz (4), Aron Czako (2), Lars Michelberger (9/3), Felix Sproß (7), Luca Schwormstede (2), Maxim Pliuto (1), Nikita Pliuto (3), Jonas Hadlich (3), Sören Fuhrmann (2), Veit Schlafmann (2).

Zuschauer: 700.

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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