Meister gefordert – jetzt Fokus auf neue Saison

11.05.2026 12:00

Haken dahinter. Die HSG Konstanz konnte zum Abschluss einer enttäuschenden Saison den Meister aus Kornwestheim noch einmal fordern, schlug sich am Ende aber erneut selbst und blickt nach der 27:34 (14:17)-Niederlage schon auf die nächste Saison.

Zerfahrener Beginn

Das Spiel aus Konstanzer Sicht ist schnell erzählt und gleicht in seinem Spielverlauf vielen anderen in dieser Spielzeit. Angetreten mit einmal mehr neu zusammengewürfeltem Kader, diesmal verstärkt durch Kreisläufer Lucas Farias-Veeser aus der U21 und Benedikt Baumann aus der U19, starteten sowohl Konstanz als auch der souveräne Meister aus Kornwestheim sehr fahrig in eine vor allem in der ersten Viertelstunde ausgesprochen zerfahrene Partie. Leichte technische Fehler hüben wie drüben verhinderten einen ordentlichen Spielfluss. Mehr als drei Minuten dauerte es, bis Lars Michelberger die HSG das erste Mal auf die Anzeigetafel brachte.

Meisterschaft und Torjägerkrone

Die Gastgeber, die nach dem Spiel nicht nur die mit neun Punkten Vorsprung gesicherte Meisterschaft, sondern auch noch die Torjägerkrone für Felix Kazmeier feiern durften, agierten bis hierhin ebenfalls noch wenig meisterlich, machten aber ein paar Fehler weniger als die Konstanzer – und hatten in Kazmeier sowie Finn Joneleit große Qualität im Eins-gegen-Eins. Während die HSG Kazmeier gut im Griff hatte, tankte sich Joneleit immer wieder erfolgreich durch. In der Konstanzer Deckung machten sich wie seit Wochen fehlende Automatismen und Abläufe sowie das Fehlen von Nikita Pliuto bemerkbar.

Andere Ausstrahlung in der Deckung

Eine andere Ausstrahlung legten die Gelb-Blauen zu Beginn der zweiten Hälfte an den Tag. Mit Feuer, Emotionen und großem Kampfgeist wehte nun ein anderer Wind in der HSG-Deckung. Fast etwas überrascht wirkte Kornwestheim angesichts der Kompaktheit und plötzlich funktionierenden Helferketten, die nicht nur den eingewechselten Schlussmann Noah Frensel in seinem letzten Auftritt im HSG-Trikot ins Spiel brachten. Der Spitzenreiter tat sich nun sichtlich schwer, Lücken in der Gästedeckung zu finden. Mit einem 3:0-Lauf glich die HSG zum 18:18 aus (37.).

5:0-Lauf der Gastgeber bringt Entscheidung

Doch in den entscheidenden Momenten stellte sich Konstanz wieder selbst ein Bein. Nutzte freie Gegenstöße nicht, ließ sich den Ball herausprellen, rutschte kurz hinter der Mittellinie aus, sodass der Pass im Seitenaus landete und verständelte etliche Bälle. Nach knapp einer Dreiviertelstunde hielt Kapitän Michel Stotz seine Farben mit dem Treffer zum 22:20 dennoch weiter im Spiel. Dahin ging das Spiel mit fünf Treffern in Serie, mit denen die Salamander von 25:23 auf 30:23 erhöhten. Damit war das Spiel entschieden.

Seite 2014 das erste Mal nicht Meister oder in der 2. Bundesliga

„Wir waren stets bemüht“, fasste Ralf Bader mit einem Augenzwinkern zusammen und brach es herunter: „Wir machen zu viele einfache Fehler, wie in den letzten Wochen.“ Als das Momentum eigentlich auf Konstanzer Seite schien, machten es einfache Fehler dem Gegner leicht, sich wieder zu befreien. „Am Ende sind die Dämme gebrochen und wir konnten vor allem Joneleit nicht mehr stoppen“, so der enttäuschte HSG-Coach, der im Abschluss schnell nach vorne sehen wollte. Die Mannschaft habe viele Impulse zugelassen, zu Beginn des Jahres einen sichtbaren Ruck durch das Team gehen lassen – doch die fehlende Konstanz blieb, Verletzungen erschwerten die Situation, sodass man bis zum letzten Spieltag auf der Suche nach festen Formationen, Abläufen und der eigenen Form blieb. Bader: „Unter dem Strich haben wir das bekommen, was wir geben konnten:“ Mit 28:32 Punkten belegt die HSG Rang zehn und ist erstmals seit 2016 nicht Meister der 3. Liga sowie Aufsteiger oder Mitglied der 2. Handball-Bundesliga.

Vorbereitungsstart bereits am 1. Juli

Eine Ausbeute, mit der man selbstredend alles andere als zufrieden ist. Bader sprüht dennoch schon wieder voller Tatendrang. „Leider“, so sagte er direkt nach dem Spiel, komme ihm nun noch ein privater Urlaub in die Quere. Er selbst steckt schon mittendrin im Prozess, neue Ideen und Ansätze zu entwickeln, die eine erfolgreichere Zukunft sichern sollen. „Da liegt viel Arbeit vor uns“, weiß der 45-Jährige. Mit einer extrem jungen Mannschaft, aber auch viel Talent geht es in die nächste Spielzeit. Hier soll aus einer „Jugend“- schnell eine „Männermannschaft“ werden, erklärt der Trainer. Mit neuer Dynamik im Team, spannenden Neuzugängen und wieder gesundem, vollständigen Kader. „Ich freue mich, darauf, zusammen mit den Jungs anzupacken und neu zu starten“, sagt er. Am 1. Juli steht bereits die erste Trainingseinheit der Vorbereitung im Kalender. Drei Wochen vorher beginnen die individuellen Trainingspläne der Spieler.

HSG Konstanz: Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (5), Aron Czako (2), Lucas Farias-Vesser, Lars Michelberger (3), Felix Sproß, Christos Erifopoulos (7/1), Jo Knipp (3), Maxim Pliuto (2), Benedikt Baumann, Jonas Hadlich (2), Sören Fuhrmann (1), Lukas Dietrich (1), Veit Schlafmann.

Zuschauer: 600

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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